Sie sind hier > Service > Der medizinische Tipp > Reader

Vorbeugung von Arthrose und Osteoporose durch knorpel- und knochenoptimierte Ernährung

Durch Knorpel- und knochenfreundliche Ernährung auch unter Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln kann der Osteoporose und Arthrose vorgebeugt werden!
Gepostet von Dr. med. Frank O. Steeb am 10.02.2016

Bis zum 30. Lebensjahr bauen wir Knochen auf. Nach einer Phase der Stagnation beginnt der Knorpel- und Knochenabbau. Mit der richtigen Ernährung lässt sich dieser Prozess verlangsamen!

Folgende Mineralstoffe und Vitamine sind dabei wichtig für unseren Bewegungsapparat:

- Kalzium und Vitamin D

- Proteine

- Säure - Basen - Haushalt

- Omega-3- Fettsäuren

- Homozystein

- Vitanmin B 9(Folsäure)  und B12 (Cobalamin)

- Vitamin K

- Vitamin C

- Magnesium

- Zink

- Glukosamin und Chondroitinsulfat

- Kollagen-Hydrolysat und Hyaluronsäure

- Enzyme

Nachfolgende wird die Bedeutung der Mineralstoffe und Vitamine kurz erläutert. 

1. Kalzium

- Kalziumlieferanten

Kalzium ist der wichtigste Baustoff für den Knochenaufbau. Unser Körper braucht mindestens 300 mg Kalzium täglich. Da aber nur ca. 30% der zugeführten Menge aufgenommen wird, müssen mindestens ca. 1000 mg zugeführt werden. Am meisten Kalzium enthalten Milch und Milchprodukte (100mg Milch enthalten 120mg Kalzium). Vor allem Hartkäse (500-1200mg pro 100g) enthält viel Kalzium. Daneben ist auch in Gemüse wie Broccoli und Grünkohl viel Kalzium  (100mg je 100g) enthalten. Auch manche Mineralwässer enthalten über 600mg Kalzium in 1 Liter Wasser. Die enthaltene Menge ist meist auf dem Etikett aufgeführt.

- Kalziumräuber

Kalziumräuber hemmen entweder die Aufnahme von Kalzium im Darm, beschleunigen die Ausscheidung oder binden das Kalzium, so dass es unwirksam wird.

Eine wichtige Rolle hat dabei das Phsosphat. Einerseits fördert es die Knochendichte, andererseits behindert es in hoher Konzentration die Resorption des Kalziums und fördert den Knochenabbau. Viel Phosphat enthalten Fleisch, Wurst und Cola. Gut wären Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl, Milch und Milchprodukte wie Joghurt oder Kefir, ungünstig sind Quark und Schmelzkäse, die mehr Phosphat als Kalzium enthalten. Besser sind Käsesorten wir Edamer, Ementaler und Camembert.

Ähnlich wie Phosphat bindet Oxalsäure das Kalzium aus der Nahrung. Viel Oxalsäure enthalten Spinat, Rhabarber, Kakao, Schokolade, Mangold und rote Beete.

Auch Kochsalz erhöht die Kalziumausscheidung über die Niere. Dagegen behindert Phytinsäure die Kalziumaufnahme. Phytinsäure ist v.a. in Sojabohnen, Erdnüssen und frischem Getreide z.B. in Müslis enthalten.

Auch Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee beeinträchtigen den Kalziumstoffwechsel.

2. Vitamin D - das meistuntersuchte Vitamin der letzten Jahre

Zur optimalen Nutzung des zugeführten Kalziums ist die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin D erforderlich. In einem anderen Tipp haben wir bereits ausführlich über das Vitamin D berichtet. Wir können in unseren Breiten nur von April bis September mit ausreichender UVB-Strahlung Vitamin D über die Haut bilden. In der restlichen Zeit haben viele einen Vitamin D-Mangel, da nur wenige Lebensmittel das Vitamin in ausreichender Menge enthalten. Dazu gehören vor allem die Meeresfische und Lebertran.

3. Eiweiße (Proteine) werden zu wenig beachtet

Für die Knochendichte und das Frakturrisiko finden die Eiweiße noch zu wenig Beachtung. Dabei reduzieren sie das Frakturrisiko, pflanzliche Eiweße mehr als tierische, das die Knochendichte wohl eher vermindert. Bei hohem Eiweißkonsum und gleichzeitig niedriger Kalziumzufuhr, kann es zur Freisetzung des Kalziums aus dem Knochen kommen. In tierischen Eiweißen ist außerdem die Arachidonsäure enthalten, die die Prostaglandinbildung fördert, die entzündungs- und schmerzverstärkend wirkt. Besonders Menschen mit Gelenkschmerzen, Rheuma, Morbus Bechterew, Psoriasis und Fibromyalgie sollten wenig tierisches Eiweiss zu sich nehmen. Die Arachidonsäure ist besonders im Schweineschmalz, Schweineleber und Leberwurst enthalten.

4. Der Säure - Basenhaushalt ist bei vielen Menschen aus dem Gleichgewicht

Unser Körper wird mit Säuren überschwemmt, die entweder im Körper selbst z.B. durch  Stress oder intensiven Sport, oder durch die Nahrung zugeführt werden. Ist das Gewebe übersäuert, werden basische (alkalische) Stoffe wie Kalzium, Natrium und Magnesium aus dem Knochen freigesetzt, um die Säuren zu neutralisieren. Bereits eine geringe Übersäuerung kann zu Gelenkbeschwerden, Sehnenreizungen und Störung des Knochenstoffwechsels führen.

5. Omega - 3 - Fettsäuren sind der Gegenspieler der o.g. Arachidonsäure

Insbesondere bei  Gelenkbeschwerden empehle ich die ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Meeresfischen wie Lachs und Hering enthalten sind. Sie hemmen die Bildung von Entzündungsstoffen. Dadaurch kann häufig der Bedarf an Schmerzmitteln verringert werden. Sie ist auch in Raps-, Walnuß- und Leinöl enthalten. Dagegen enthält Sonnenblumenöl die ungünstigere Omega-6-Fettsäure.

Fortsetzung folgt!

Fragen?

Sie haben Fragen zu diesem Thema oder wollen sich tiefergehend informieren? Kontaktieren Sie uns doch einfach.